


Luz Bustamante interessiert, was geschieht, wenn Natur nicht länger Objekt des Wissens ist, sondern zu einem Gegenüber wird – zu einem gleichwertigen, lernfähigen Prinzip. Denn wir leben in einem System der Unterwerfung: der Unterwerfung der Natur durch den Menschen ebenso wie der Unterwerfung des Weiblichen durch das Männliche (Patriarchat). Ihre Wandmalerei und Ölgemälde wirken surrealistisch und zugleich realistisch – wie ein Limbus, ein Schwebezustand, in dem nichts eindeutig festgelegt ist und in dem neue widerständige Narrative entstehen können.
Ihre Bilder beginnen mit Träumen, inneren Erzählungen oder imaginären Szenen, die sie zunächst im Geist formt. Bevor sie ein Bild malerisch ausarbeitet, bezieht sie ihre Ideen auf symbolische Denkmodelle, Mythen und archaische Wissensformen, in denen Natur und dem Weiblichen zugeschriebene Eigenschaften nicht beherrscht oder unterdrückt werden. Theoretisch bewegt sie sich im Spannungsfeld von Psychoanalyse, Strukturalismus und Imaginationsforschung, unter anderem in Auseinandersetzung mit Jacques Lacan, Michel Foucault, Roland Barthes, Claude Lévi-Strauss und Gilbert Durand. In ihren Arbeiten erscheinen Objekte an ungewohnten Orten und entfalten als Symbole eine präzise Bedeutung.
Dem im Kapitalismus auf Leistung reduzierten (Natur-)Körper setzt sie die freie Imagination entgegen. Ihre stark symbolisch aufgeladenen Bilder sprechen nicht die Rationalität oder den Verstand an, sondern Träume, Imagination und das Unbewusste – als Formen des Widerstands gegen die Produktivitätslogik des Kapitalismus. Ihre Bilder verstehen sich als poetischer Versuch, Zeit, Körper und Intimität zurückzugewinnen sowie neue Brücken zwischen Mensch und Natur, dem Symbolischen und dem Realen zu schlagen.









